Zum Inhalt springen

Wissen · Materialien · Handwerk

Wissen rund um Trauringe

Wie entsteht ein Ring? Welche Legierung passt – und was verändert sich beim Tragen? Hier finden sich klare Antworten zu Materialien, Herstellung und Pflege.

Die passende Fertigungsmethode hängt vom Material, vom Entwurf und von der späteren Beanspruchung ab. Deshalb gibt es nicht den einen richtigen Weg für jeden Ring.

Arbeitsplatz und Werkzeuge in der Goldschmiedewerkstatt von MVH Schmuckwerk

Herstellungswege

Das Material bestimmt den Weg.

Edelmetalle reagieren unterschiedlich auf Hitze, Sauerstoff und Verformung. Der Herstellungsweg wird deshalb passend zur Legierung und zum Ring gewählt.

GOLD

Schmelzen und formen

Gold kann zu einem Barren oder – etwa im Trauringkurs – direkt als Ring gegossen werden. Danach folgen Walzen, Formen, Feilen und die gewünschte Oberfläche.

PALLADIUM

Fugenlos tiefziehen

Palladium kann aus einer ausgestanzten Scheibe schrittweise tiefgezogen werden. So entsteht ein Ring ohne Löt- oder Schweißfuge.

PLATIN

Formen und verschweißen

Ein gewalzter Streifen wird zum Ring geformt und anschließend dauerhaft verschweißt. Bei sorgfältiger Ausführung bleibt die Verbindung unsichtbar.

Goldguss unter Schutzgas

Vom flüssigen Metall zum Ringrohling.

Beim Trauringe-selber-Schmieden wird Gold direkt vor Ort unter Schutzgas geschmolzen und als Ring gegossen. Die kontrollierte Atmosphäre schützt das heiße Metall während des Schmelzens. Anschließend wird der Rohling von Hand weiterbearbeitet.

Schmelzen und Ringguss unter Schutzgas in der Werkstatt von MVH Schmuckwerk.

Edelmetalle und Legierungen

Feingehalt, Farbe und Eigenschaften.

Reines Gold ist für viele Schmuckanwendungen zu weich. Durch Silber, Kupfer, Palladium und weitere Bestandteile entstehen Legierungen mit eigener Farbe, Härte und Verarbeitbarkeit.

Gold

Gelb-, Rot-, Rosé-, Champagner-, Haselnuss- und Weißgold – meist in 585, 750 oder 900.

Platin

Dicht, schwer und natürlich hell. Bei MVH wird unter anderem Platin 960 verarbeitet.

Palladium

Leichter und etwas dunkler als Platin. Beim Schmelzen ist eine kontrollierte Atmosphäre besonders wichtig.

Silber

Ein helles, gut formbares Edelmetall. In Mokume Gane sorgt es für deutliche Kontraste.

Edelmetalle, Kundengold und Herkunft →

Verschiedene Edelmetalllagen vor der Verarbeitung

Handwerkliche Bearbeitung eines Rings mit der Feile

Oberflächen und Gestaltung

Die Oberfläche verändert den Charakter.

Poliert: glatt, spiegelnd und klassisch. Gebrauchsspuren werden vergleichsweise schnell sichtbar.

Matt oder gebürstet: ruhig und zurückhaltend. Durch das Tragen verdichtet sich die Oberfläche und wird mit der Zeit glänzender.

Hammerschlag und Strukturen: von Hand erzeugte Spuren machen jeden Ring individuell. Tiefere Strukturen bleiben länger erkennbar als sehr feine Mattierungen.

Keine Oberfläche bleibt beim täglichen Tragen unverändert. Die entstehenden Spuren gehören zur Geschichte des Rings.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Welche Legierung ist für Trauringe geeignet?

Das hängt von gewünschter Farbe, Gewicht, Beanspruchung und Budget ab. In der Beratung lassen sich die Unterschiede direkt anhand von Mustern vergleichen.

Warum verändert sich eine matte Oberfläche?

Durch Reibung verdichtet sich das Metall an der Oberfläche. Matte Ringe werden dadurch mit der Zeit glänzender, polierte Ringe erhalten feine Gebrauchsspuren.

Ist eine Lasergravur möglich?

Ja. Namen, Daten, Handschriften, Symbole und feine Motive können per Laser in den Ring eingebracht werden. Bei MVH ist die Lasergravur bei Trauringen im Preis enthalten.

Lässt sich die Ringgröße später ändern?

In vielen Fällen ja – auch bei Mokume-Gane-Ringen. Wie aufwendig die Änderung ist, hängt von Material, Muster, Steinen und Konstruktion des Rings ab.

Kann vorhandenes Gold verwendet werden?

Geeignetes Kundengold kann direkt verarbeitet werden. Alternativ kann der Edelmetallwert angerechnet werden. Entscheidend sind Feingehalt, Zusammensetzung und Menge. Mehr zur direkten Verarbeitung von Kundengold.

Wie pflege ich meine Ringe?

Milde Seifenlauge, ein weiches Tuch und eine weiche Bürste reichen meist aus. Bei stärkeren Spuren können Oberfläche, Politur und Steinsitz in der Werkstatt geprüft und aufgearbeitet werden.